|
Zeitenjagd rund um die Bremerhavener Fischhallen
Am vergangenen Wochenende stand bei den Norddeutschen Motorsportlern wie in jedem Jahr der Familienausflug nach Bremerhaven im Kalender. Während andere Sonntags am Kaffeetisch ihren Kuchen geniessen konnten, jagten bei der Nachmittagsveranstaltung vom SC Bremerhaven e.V. im ADAC 33 Rallyefahrzeuge rund um die Fischhallen den Zeiten hinterher. 4 WPs über 28 km mit unterschiedlichen Rundenzahlen galt es so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Am Besten ist dieses bei den Hecktrieblern Friedrich Neumann mit seinem neu ergatterten BMW M3 und seinem neuen Beifahrer Benjamin Hink gelungen. Sie holten sich gleich erst einmal den Gesamtsieg vor Daniel Rohde / Lars Tiedjen mit ihrem BMW Z3M und Sönke Milon mit Töchterchen Nina ebenfalls auf einem BMW M3. Bei den Youngtimern fehlten gleich vorweg zwei Favoritenanwärter. Die Beinkes hatten zwar noch genannt, haben aber ihren Kadett nicht rechtzeitig fertig bekommen und die Pechvögel Axel Potthast mit Beifahrer Elmar Pernsch musste mit ihrem Escort vorzeitig die Heimreise antreten, weil Axel eine Treppenstufe übersehen hatte und sich vor dem Start den Knöchel so derbe verstaucht hat, dass an ein Start nicht zu denken war - Gute Besserung Axel! Somit war für Ralf Klaus und Knut Möller der Sieg mit ihrem Renault R5 Turbo nicht ganz so schwer. Souverän zogen sie ihre Runden und fuhren den anderen Youngtimern auf und davon. Durch einen zweiten Platz in seiner Klasse konnten Lennart Hahn an die Tabellenspitze im HOP vorstoßen und belegt jetzt den 1. Platz vor Matthias Rathkamp, beide sind mit einem BMW unterwegs.
Youngtimer dominieren bei der “Bubi”
Die Rallyegemeinschaft Buten un’ Binnen hat mal wieder die Tore zum berühmt berüchtigtem IVG Gelände in Liebenau geöffnet und über 80 Teams nutzten die Gelegenheit auf dem schönsten Rallyegelände im Norden die Beifahrertauglichkeit zu testen. Das Erstaunliche daran ist, dass über 30% der Teilnehmer mit einem Youngtimer gestartet sind und auch klar das Feld dominierten. Gut präparierte Strecken, die sich durch die von Jahr zu Jahr immer dichter werdenden Büsche und Bäume schlängeln und strahlender Sonnenschein ließen perfekte Rallye atmosphäre aufkommen. Wie in jedem Jahr gab es auch diesmal viele Verluste durch Kaltverformung zu verzeichnen, so dass am Ende der zweiten Veranstaltung noch 62 Teams die Ziellinie überqueren konnten um mit einem Glas Sekt das Tagewerk zu beenden. Den härtesten Kampf trugen zwei Youngtimer unter sich aus, nachdem die moderneren Gefährte bereits gestrandet waren. Axel Potthast / Elmar Pernsch, die das Gelände schon einig e Jahre kennen und somit klaren Heimvorteil mit ihrem Ford Escort RS2000 hatten, gegen Georg Berlandy / Peter Schaaf, die zwar noch jungfräulich dieses Gelände betreten, aber dafür ein paar mehr Pferde unter der Haube ihres Opel Ascona A plaziert hatten. Spannender konnte die Geschichte nicht geschrieben werden. Ständiger Abklatsch der Bestzeiten ließen Berlandy / Schaaf mit hauchdünnem Vorsprung von 0,4 sec. am Ende als Sieger auf dem obersten Podestplatz stehen. Da die Gerechtigkeit aber nicht schläft, ging der Nachmittagssieg an Potthast / Pernsch und der Wolfgang Oswald Pokal als Tagesbester zusätzlich noch an den Fordtreter. Bei der Hecktrieblerwertung konnten sich Johann Jerlitschka und Heiko Bender mit ihrem BMW vor den Führenden im HOP Matthias Rathkamp und Michael Wolters, ebenfalls im BMW durchsetzen.
Stemweder Berg Rallye mit durchwachsenem Wetter
Der ADAC Ost Westfalen Lippe veranstaltete am letzten Wochenende gleich drei Rallye-Veranstaltungen auf einmal. Für die 30 Teilnehmer des Rallye Masters Lauf galt es 11 WPs über 107 WP km zu absolvieren und für die 200er und die Retrotrup pe 5 WPs über 35 WP km. Die Retro-Teilnehmer, die auf Gleichmäßigkeit ihre Runden drehten traten mit 13 Fahrzeugen an, während bei der 200 er Veranstaltung lediglich 7 Teilnehmer den Weg nach Stemwede gefunden hatten. Die Beifahrer waren an diesem Tag überwiegend mit Rundenzählen beschäftigt. Das Wetter wollte auch n icht immer so, wie man es von einem lauen Sommertag erwartet. Von Zeit zu Zeit öffnete der Himmel seine Schleusen und brachte so ein bisschen Abwechslung in das Geschehen. Die Reifenwahl war ein regelrechtes Pokerspiel - keiner war mit seiner Entscheidung am Ende wirklich glücklich. Mit dem einziger Youngtimer gingen Ralf Klaus und Knut Möller mit ihrem Renault R5 Turbo auf die Strecke und landeten am Schluss mit einem Klassensieg auf dem zweiten Gesamtrang. Den Gesamtsieg holten sich mit 4 Bestzeiten Michael Bieg / Alex Pauliks mit ihrem BMW 320is. Hartmut Geitz / Karl Neubert stellten den Opel Ascona A auf dem zweiten Platz in der Klasse und einem 6. Platz im Gesamt ab.
Fantastisches Starterfeld bei der Grönegau Rallye
Was der AMC Hoyel und der AC Melle e.V. im ADAC am letzten Wochenende bei ihrer 200er Rallye auf die Beine gestellt haben ist schon fantastisch. 65 Teilnehmer plus 10 Retro Fahrzeuge sieht man bei einer DMSB Veranstaltung in dieser Gegend selten. Dazu ein bombastisches Starterfeld, das durchaus internationalen Charakter hatte. Zahlreiche Teilnehmer kamen aus dem benachbarten Niederlanden, um hier um schnelle Zeiten zu kämpfen. Das Wetter mischte auch ein bisschen Salz in die Suppe und testete durch gelegentliche Schauer die fahrerischen Künste der Piloten. Rallyefahrer zeichnen sich ja bekanntlich aus auf allen Untergründen und mit allen Bedingungen klar zu kommen - hier konnten Sie es beweisen. Erfreulicherweise sind auch die Youngtimer aus dem Winterschlaf erwacht und traten mit 10 teils hochkarätigen Krachern zum Start an. Mando van Baren / Ron Moes mit ihrem Ford Escort BDA und Frank Esser / Yvonne Bäumchen mit ihrem Ford Sierra Cosworth 2WD konnten jeweils ihre Klasse gewinnen. Auf den zweiten Plätzen ihrer jeweiligen Klasse landeten Jürgen und Josefine Beinke auf Opel Kadett C Coupe und der Porsche 911 RS von Rüdiger Baehr / Ulrich Windt. In WP 1 und 2 sah es für die Beinkes noch nach einem vielversprechenden Einstand des neuen Triebwerkes aus, aber in WP 4 wurden sie vom einsetzenden Regen gleich um 15 sec. eingebremst und der holländische BDA konnte an ihnen vorbei ziehen. Bei den Hecktrieblern kamen Jan Nijhof / Hrnk-Jan Elbert am schnellsten mit ihrem BMW M3 über die 35 WP-km und landeten im Gesamt auf dem zweiten Platz. 11 sec später folgte das zweite heckangetriebene Fahrzeug mit Walter Gromöller und Klaus Brökelmann mit ihrem bekannt schnellen Opel Manta 400 vor dem zweiten BMW M3 von Udo Schiffmann / Stefan Stefan. Für Axel Beinke / Maik Bredenförden kam das Aus schon in WP 1 durch eine den Dienst quittierende Kupplung am Opel Ascona 400. Wie bereits jetzt schon angekündigt, wird die Rallye im nächsten Jahr um eine WP aufgestockt. Diese erfreulichen Tatsachen lassen hoffen, dass der Rallyesport in Deutschland noch lange nicht zu der aussterbenden Sportart zählt wie immer öfter von bösen Zungen behauptet wird.
 |
Youngtimer-Sieger van Baren/Moes Ford Escort BDA
Als Vorauswagen bei der Rallye Sulinger Land
Mit 170 gemeldeten Teilnehmern ist die Mobil Pegasus Rallye Sulinger Land wohl die gefragteste Rallye in ganz Deutschland, auch wenn am Ende nur 150 gestartet sind. Ungefähr die Hälfte der Teilnehmer reiste zur Freude der zahlreichen Zuschauer aus dem benachbarten Ausland an. Eine top organisierte Veranstaltung um Rallyeleiter Reinhard Pobantz ließ Rallyespaß pur aufkommen. Bei so vielen Teilnehmern die Übersicht zu behalten und es zu schaffen den Zeitplan exakt einzuhalten ist schon eine gewaltige Leistung. Die Strecken boten alles was d as Rallyeherz begehrt. 13 WPs mit 150 WP km mit sämtlichen Untergründen und obendrein das IVG Gelände war für jeden was dabei - wer soll das noch toppen? Der Heide Oste Pokal stellte, wie schon in den letzten Jahren, die Vorauswagen mit Diedrich Bahrenburg / Stefan Heer im Ford Escort Twin Cam (1 968) und Jens Meier / Inka Lerch im Ford Escort RS2000 (1976). Den Zuschauern wurden damit zwei historische Rallyefahrzeuge von damals geboten, die trotz ihres hohen Alters nicht verlernt hatten quer um die Ecke zu kommen. Nur die in die Jahre gekommene Technik hat leider nicht immer funktionierte. Doch unter Einsatz der fleißigen Mechaniker konnte die Fahrt immer wieder aufgenommen werden, so das auch beim abendlichen Rundkurs in Sulingen wenigstens noch der jüngere der beiden Gefährte mit seiner querwärts treibenden Fahrweise die Zuschauer begeistern konnte.
Stormarn-Rallye hatte es in sich
Ungewohnt niedrige Starterzahlen bei der Stormarn Rallye sollten einen zu denken geben. Mit nur 47 Startern hatte die sonst immer gut besuchte Rallye auch schon bessere Zeiten erlebt. Seit Jahren galt die Veranstaltung vom MSC Trittau immer noch als Maß aller Dinge im Norden. Bis jetzt konnten sie immer beweisen, dass es auch in schlechteren Tagen noch möglich war eine gut besuchte Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Wollen wir mal hoffen, dass dieses kein Vorzeichen für die folgenden Rallyeveranstaltungen im Norden sein wird. Das die Veranstaltung unter keinem guten Stern stand, belegt auch die hohe Ausfallquote von rund 20%, die immer wieder für Verzögerungen sorgte. Obendrein gab es in einer WP auch noch Probleme bei der Zeitnahme durch Störungen von einem benachbartem Modellflugplatz. Die Trittauer hatten es an diesem Wochenende wirklich nicht leicht. Kopf hoch Jungs - beim nächsten Mal wird alles wieder gut. Bei den Youngtimern sah das Feld im Gegensatz zu den letzten Jahren auch eher mau aus. Lediglich das Team Gerhard und Claudia Meyer gaben mit ihrem Fiat 128 eine Nennung für die CTC Gruppe ab. Als richtig erwies sich damit die Änderung seit dieser Saison auch die heckangetriebenen Fahrzeuge in die HOP Wertung mit einzubeziehen. Das bei der Punktevergabe nicht immer nur die “Großen” fleißig abgraben, macht sie Sache auch für die kleineren Fahrzeuge um so interessanter. Obwohl Kai Dieter Kölle / Bianca Hutzfeldt mit ihrem Porsche 911 im Gesamtergebnis ganz weit oben standen, heimsten Michael und Stefan Wittorf mit ihrem BMW 325ix die meisten Punkte ein, da sie eine vollere Klasse, bzw. in diesem Fall Gruppe für sich verbuchen konnten. Eine bravouröse Vorstellung zeigten wieder mal Lennart Hahn / Heinke Möhrpahl, die ihren BMW 318is in der Serienklasse mit 12 Sek. Vorsprung ganz oben auf das Treppchen stellen durften. Eigentlich wollten Axel Nörenberg / Markus Steinfadt ihren BMW M3 als erstes auf der Zielliste gelistet wiederfinden, fast hätte es auch geklappt, aber immer wieder zeigt sich, dass schnell auch schnell draußen heißen kann. Ein Ausritt in WP 4 in die Botanik machte alle Siegesträume zu Nichte. Da helfen auch die restlichen 5 von 6 Bestzeiten nichts.
1. Koch, Marco / Assmann, Stefan, Opel Kadett C, 1220 Pkt.
2. Wittorf, Michael / Wittorf, Stefan, BMW 325ix, 1207 Pkt.
3. Hahn, Lennart / Möhrpahl, Heinke, BMW 318is, 1187 Pkt.
Saisonstart 2010 ohne Youngtimer
Wie schon im letzten Jahr startete die Saison für den Heide Oste Pokal 2010 bei der Rallye “Auf nach Melsungen”. Nur mit dem Unterschied, dass in diesem Jahr nicht nur die Youngtimer-Fahrzeuge, sondern auch alle Heckangetriebenen Fahrzeuge punktberechtigt sind. Den 60, teils hochkarätigen Startern, bot der ASC Melsungen eine sehr gelungene, attraktive, anspruchsvolle Veranstaltung mit 7 Wertungsprüfungen über 35 km mit knapp 10% Schotteranteil. Einen Wermutstropfen hatte die Veranstaltung aber doch. Nicht ein einziger Youngtimer lies sich in der Starterliste finden. Die Hessen scheinen es noch nicht so mit den alten Originalen zu haben. Aufgrund des Mangels an Youngtimern in Melsungen tauchten somit komplett neue Namen in der Wertungsliste vom HOP auf. Wie nicht anders zu erwarten dominierten dabei Marco Koch/Stefan Assmann mit ihrem Opel Kadett C Coupe Flugzeug das Feld und liessen Norbert Moufang/ Anke Rezac, ebenfalls mit einem Kadett unterwegs, mit 10 sec. pro Prüfung und einem 4. Platz keine Chance. Weitere 10 sec. später liefen Heiko Hahn/Bodo Hinterwäller mit ihrem BMW E36 über die Ziellinie und sicherten sich einen Klassensieg vor Raphael Ramonat/Steffanie Bettin, die ihren neu erworbenen Nissan 350Z erst einmal testen wollten. Mit einem 1. Platz führten Christian Sier/Franziska Wagner die BMW 318is Meute der Gruppe “G” vor Bedrich Pospisil/Muhamet Guraziu an, während Benjamin Krusch/Jens Schuchmann sich aus dieser Fraktion in der Gruppe “N” auf einen zweiten Platz wiederfinden konnten. Bleibt nur zu hoffen, dass die Youngtimer bei den Nordlichtern bei der Stormarn Rallye wieder zahlreicher vertreten sein werden.
1. Koch, Marco / Assmann, Stefan, Opel Kadett C, 1220 Pkt.
2. Krusch, Benjamin / Schuchmann, Jens, BMW E30, 1149 Pkt.
3. Hahn, Heiko / Hinterwäller, Bodo, BMW E36, 1081 Pkt.
|